V Ba2-20 Die Feier der Osternacht

Allgemeine Hinweise

Über die liturgietheologischen und historischen Fragen informiert
das Kapitel "Osternacht" im Orientierungsteil.

Von ihrem Ursprung her ist die Osternachtfeier eine Vigil, eine Nachtwache,
die die ganze Nacht dauert und ins Licht des neuen Tages führt.
Leichter realisierbar sind zeitlich begrenzte Feiern entweder am frühen Ostermorgen oder am Vorabend.

In einer Übersicht werden verschiedene Möglichkeiten des Verlaufs dargestellt,
wobei die Morgenfeier auch den Abschluss einer (in der Übersicht nicht im Detail ausgeführten) Ganznachtfeier bilden kann.

Zu einzelnen liturgischen Schritten werden Bausteine angeboten:
zu den Lesungen, zum Osterlob, zu weiteren Elementen.

Zwei besondere Ganznachtfeiern sind separat aufgeführt, nämlich
eine Feier mit Prozession und Stationen außerhalb der Kirche
und eine Feier unter dem Titel „Stundenschlag“.

Eine einmal gewählte Grundstruktur sollte in der jeweiligen Gemeinde über mehrere Jahre wiederholt werden,
damit sich Vertrautheit mit Abläufen und Elementen bilden kann.

Wichtig ist, dass in der Feier selbst und in ihren Beziehungen zu anderen Gottesdiensten vom Beginn der Passionszeit
bis Pfingsten die innere Einheit des gesamten Festzyklus zum Ausdruck kommt.

 

Mögliche zeitliche Ordnungen

 

A+B: Nachtfeier

liturgische Nachtwache

C: Abendfeier

vom Dunkel ins Licht

D: Abendfeier

österlich von Anfang an

 

Während der ganzen Nacht brennt das Osterfeuer vor der Kirche.

 

 

Osterfeuer vor der Kirche, evtl. ohne gemeinsame liturgische Elemente.

Am Osterfeuer vor der Kirche:

Einleitung, Besinnung, Gesang, Evtl. Lesung

Evtl. ohne gemeinsamen Einzug

Einzug in die dunkle Kirche mit der Osterkerze

Stille Zeit in der dunklen Kirche, evtl. Musik.

Osterlob/Exsultet, dazu oder danach Licht in der Kirche

Lesungen stündlich in der schwach erleuchteten Kirche.

 

Jeweils: Einleitung, Lesung, Stille, Gesang (15-20 Minuten)

 

 

 

 

 

 

Lesungen in der dunklen Kirche. Jeweils: Einleitung, Lesung, Stille, Gesang/Musik

Lesungen: Jeweils: Einleitung, Lesung, Stille, Gesang

 

Einzug der Osterkerze

Osterevangelium

Christ ist erstanden“ RG 462

Osterevangelium

„Christ ist erstanden“ RG 462

 

 

Osterlob/Exsultet

Licht in der Kirche (evtl. Kerzen in Sandbecken, an der Osterkerze entzündet)

Taufe / Tauferinnerung

Taufe / Tauferinnerung

Mahlfeier

Mahlfeier

evtl. Auszug mit Kerzen

evtl. Auszug mit Kerzen, an der Osterkerze entzündet

führt weiter bis zur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

B Morgenfeier

von der Nacht in den Tag

 

Besammlung am Osterfeuer

Einzug in die Kirche mit der Osterkerze

Licht in der Kirche entsprechend dem wachsenden Tageslicht

Lesungen: Jeweils: Einleitung, Lesung, Stille, Gesang

 

Osterevangelium

„Christ ist erstanden“ RG 462

Osterlob/Exsultet

Taufe / Tauferinnerung

evtl. kurze Agapefeier (in ökumenischer Osternachtfeier)

evtl. Gemeindefrühstück, evtl. mit gemeinsamem Osterspaziergang

 

Ostergottesdienst

mit Predigt und Abendmahl

Ostergottesdienst

mit Predigt und Abendmahl

Ostergottesdienst

mit Predigt und Abendmahl

 

Hinweise zu einzelnen Elementen

 

Einzug mit der Osterkerze

Beim Einzug mehrmals stehen bleiben und entweder den Ruf "Christus, das Licht" / „Lumen Christi“ (s.u.)
oder den Osterruf sprechen oder singen (z.B. „Christus ist auferstanden. Halleluja“ als Antwortgesang, RG 479),
evtl. verbunden mit der Begrüßung des Osterlichts,
zum Einzug Glockengeläute,
mit dem Verteilen des Lichts setzt die Orgel ein (Varianten B und C).

 

 

Lesungen

Die drei zentralen Themen sind:

Zu jedem Thema werden der herkömmliche Text, Psalmen, weitere biblische Texte
und literarische Anschlusstexte vorgeschlagen.
Es ist möglich, jeweils nur eine Textkategorie zu verwenden oder sie zu kombinieren
(in der katholischen Osternachtliturgie werden Psalmen als Antwort zu den verschiedenen Lesungen verwendet).

Der Aufbau jeder Lesungsphase ist:

Die Lesungen, an deren Ende jeweils das Osterevangelium steht, führen
entweder auf das Osterlob hin, oder aber sie stellen eine Art erinnernde
und vergewissernde Rückblende nach dem Osterlob dar.

Hinweise und zusätzliche Texte zur Gestaltung der Lesungen

 

Osterevangelium

Eine der Ostererzählungen
Mk 16,1-8
Mt 28,1-10
Lk 24,1-12
Joh 20,1-18

oder die Emmausgeschichte
Lk 24,13-35

zusätzliche Texte am Schluss der Vorschläge zu den Lesungen

 

Osterlob/Exsultet

Das Exsultet kann sowohl als Zuspruch wie als bekenntnishafte Antwort
der Gemeinde auf die Osterbotschaft verstanden werden.
Der Text stellt erhöhte Anforderungen an die Ausführung;
er ist keine Lesung, sondern ein festlicher Textvortrag.

Von seinem Ursprung her ist das Exsultet eigentlich das Lob der Osterkerze,
daher gehört es primär zum Einzug der Osterkerze oder zu einem Lichtritus.
Wenn es um den allgemeineren Bezug zum Licht geht, kann es ersetzt werden
durch entsprechende Stücke, etwa das Lied "Der schöne Ostertag" (RG 486)
oder einen ostkirchlichen Lichthymnus.

Der lateinische Text und die Übersetzung aus dem römischen Messbuch sind auf einer separaten Seite zu finden.

Modernisierte und gekürzte Fassungen.

 

Taufe / Tauferinnerung

Wenn eine Taufe stattfindet, soll ein kurzer Text zur Tauferinnerung eingefügt werden.

Als selbständige Tauferinnerung oder in Verbindung mit einer Taufe eignen sich besonders die Lieder

„Ich glaube: Gott ist Herr der Welt“ RG 271
„Du hast mich, Herr, zu dir gerufen“ RG 185
„Du öffnest, Herr, die Türen“ RG 188